Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Malchin
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Malchin

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“

(Matthäus 11,28)

Waren Sie schon einmal so richtig am Ende? Am Ende mit ihren Möglichkeiten, mit ihrer Kraft? Und haben Sie es dann erlebt, dass Ihnen jemand sagte: »Wenn du nicht mehr weiterweißt, dann komm zu mir - ich habe immer ein offenes Ohr für dich, ich bin für dich da»? Ist das dann nicht unglaublich entlastend? Tut das nicht wirklich gut? Und was würden Sie sagen, wenn derjenige dann auch noch sagt: „Für mich ist kein Problem zu schwer, als dass ich es nicht lösen könnte“? Und: „Wenn die Dunkelheit zu dunkel oder die Wüste zu trocken oder das Tal so tief ist, dass du da allein nicht mehr herauskommst - dann sei sicher, dass ich da bin: Im Dunkel, in der Wüste oder im tiefsten Tal…“? Genau das tut Jesus.
Er sagt: „Kommt her zu mir alle“. „Kommt her zu mir“ mit all euren Lasten, mit allem, was euch bedrückt; mit allem, was euch fertigmacht, was euch Sorgen bereitet.
Wahrscheinlich haben wir alle diese Aufforderung von Jesus schon einmal gehört oder gelesen. Aber haben Sie ihn wirklich schon einmal ernst genommen? Und ich meine: wirklich ernst? So ernst, dass sie darauf vertraut haben? So ernst, dass Sie gesagt haben: Ich glaube, was Jesus da sagt. Ich vertraue darauf!? Ich vertraue darauf in allen möglichen und unmöglichen Situationen meines Lebens. Ich vertraue darauf, dass er tut, was er sagt?
Ich vertraue darauf, wenn plötzlich die Diagnose „Krebs“ brutal in mein Leben eindringt und alles erschlägt!?
Ich vertraue darauf, wenn meine Kinder plötzlich vollkommen andere Wege gehen, als wir es uns ausgemalt und erhofft hatten!?
Ich vertraue auch darauf, wenn ich vollkommen unsicher bin, wie ich meinen neuen Nachbarn, von denen ich weiß, dass sie etwas völlig anderes glauben, umgehen oder wie ich ihnen begegnen soll!?
Es gibt keine Situation unseres Lebens, und es gibt keinen Menschen, den Jesus hier nicht gemeint hätte.  „Kommet her zu mir alle“. Alle, die ihr euch abmüht - womit und in welcher Beziehung auch immer.
Allerdings ist Vertrauen immer auch ein Wagnis. Vertrauen heißt, sich fallen zu lassen. Vertrauen heißt, bestimmte Sicherheiten aus der Hand zu geben.
Und: Vertrauen gibt es nur in der Praxis, nicht in der Theorie.
Das einzige, was nötig ist: wir müssen kommen. Wir müssen „losspringen“ - wie das Kind in die Arme des Vaters.
Auch wenn der Schöpfer der Welt alle irdischen Probleme beseitigen könnte, tut er das nicht immer - wir sollen ja IHM vertrauen. In jedem Fall wird er bei uns sein, wird er uns „erquicken“, also Ruhe und Frieden, Kraft, Zuversicht, Hoffnung geben.
„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich“ (Psalm 23).
        
Ihr Johannes Holmer,
Pastor der Kirchengemeinde Bülow am Malchiner See, Vakanzpastor für Malchin