Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Malchin
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Malchin

Gott sagt: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66,13



Bild "Kirchengemeinde:Jahreslosung 2016_2.jpg" Sind Sie noch ganz „bei Trost“??
Brauchen wir Trost? Können wir trösten?? Wer kann trösten? Es gibt viele Fragen und Assoziationen, also Gedankenverbindungen, die uns einfallen, wenn wir dieses Wort hören. Brauchen wir nicht irgendwann alle mal Trost?
Da sitzt die kleine Lisa im Religionsunterricht in der Schule. Die Kinder sollen die Frage beantworten, wie Gott wohl ist. Lisa sitzt da und beginnt zu malen. Als die Lehrerin vorbeikommt und fragt, was sie da malt, sagt sie: „Gott“. „Aber Gott kann man doch nicht malen, Lisa“, sagt die Lehrerin. „Gott kann man doch nicht sehen“!? Und die kleine Lisa sagt nur: "Warten Sie ein paar Minuten…“ – und zeichnet weiter…. —
Was wird wohl am Ende auf ihrem Blatt Papier zu sehen sein??

Was würden Sie, was würden wir zeichnen oder malen? Wer (oder wie) ist dieser Gott, der zu uns spricht, wenn wir Gottesdienst feiern? Wer ist dieser Gott, „der alles so herrlich regieret“, wie es in dem bekannten Lied „Lobe den Herren“ heißt? Wie können wir uns Gott vorstellen?

In der Bibel hat Gott sich am Anfang dem Volk Israel noch vorgestellt als – „einfach nur Gott“ – „Ich bin, der ich bin – ich bin einfach Gott“ (2. Mose 3). Ich bin nicht geworden, ich bin einfach da. Ich bin ein heiliger Gott. Mir kann man sich nur nähern, wenn man ganz rein ist, alle Gebote erfüllt und heilig lebt. Hier im Buch des Propheten Jesaja aber stellt Gott sich neu vor, jetzt jedoch ein wenig anders. Wie? Hier tritt Gott in Aktion:
Ich will euch trösten, ich will euch begegnen, ich will euch nahe sein – wie eine Mutter ihren Kindern nahe ist, wie sie ihnen begegnet, wie sie sie tröstet“.  -  Gott als der Vater, der wie eine Mutter tröstet!??

Das habe ich noch von keinem Religionsstifter, oder irgendeinem religiösen Führer oder über irgendeinem der Götter in dieser Welt gehört: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“.
Im Normalfall stellen alle nur Ansprüche an uns, sagen , was wir zu tun und zu lassen haben. Zugegeben: Auch der Gott der Bibel ist ein Gott, der wirklich Gott sein will.
Doch ER bleibt nicht bei dem stehen, was IHM eigentlich zusteht. Er könnte sagen: Ihr habt das oder das zu tun. Und es gab auch Zeiten, in denen es genau so auch war. Die Bibel nennt diese die Zeit des alten Bundes – „Das Alte Testament“.  Doch Gott hatte gesehen, dass ER die lebendige Verbindung zu uns Menschen, die es noch im „Paradies“ gab, so nicht wiederherstellen konnte. Nicht, weil wir nicht gewollt hätten. Es gab eine Unmenge an Versuchen, die Grundfrage, zum Beispiel (viel später) des Mönchs Martin Luther „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott“, zu lösen. Doch alle Religionen und Religionsgemeinschaften vermochten es nicht.
Deshalb startete Gott einen „Neuen Bund“, das „Neue Testament“. Das ist der Bund, der hier durch den Propheten Jesaja vorgezeichnet wird: Ich will euch trösten, ich will eine so innige Beziehung zu euch schaffen, wie es ist, wenn eine Mutter ihr kleines hilfloses Kind tröstet.
Können wir Besseres für unsere Zeit hören? Kann man, besser in ein neues Jahr starten?  JA, man muss es glauben, auch glauben wollen, dass der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, es immer(!) gut mit uns meint.

Natürlich kann man niemanden dazu zwingen - und wer wollte das auch? Gott selbst am allerwenigsten. Gott ist ein Gott des Friedens, des Trostes, des Lebens. Niemals hat er je befohlen, irgendjemandem Gewalt anzutun, der nicht an IHN glaubt. JA, Gott möchte, dass wir unser Leben unter seine Herrschaft stellen. Er möchte, dass wir seinen Worten, seinem Willen folgen. Aber er ist immer, wirklich immer darauf bedacht, dass unser Leben gelingt. Er will immer unser Bestes. ER begegnet uns mit seiner Liebe und Vergebung. Davon ist das Neue Testament voll.
Wer je in dieser Welt  anderen Menschen den Glauben an Gott aufzwingen wollte, hat das nie getan, weil Gott es gesagt hat, sondern immer aus irgendwelchen machtpolitischen Erwägungen heraus. Auf die Bibel konnte er sich dabei nicht berufen. Dort zeigt der Schöpfer, dass ER einfach nur auf uns und unser Vertrauen zu IHM wartet (so zum Beispiel in Lukas 15,11-31). Eingeladen hat Er uns. Antworten aber können wir nur selbst.
        
Ihr Johannes Holmer,
Pastor der Kirchengemeinde Bülow am Malchiner See, Vakanzpastor für Malchin