Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin
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Seht, die gute Zeit ist nah


Die gute Zeit, die in diesem Lied unseres Gesangbuches besungen wird, ist die Advents- und Weihnachtszeit.
Dass es sich dabei eigentlich um eine stille, eine ruhige Vorbereitungszeit auf die Geburt des Sohnes Gottes handelt, ist nicht so einfach zu erkennen.

Wir sind beinahe rund um die Uhr damit beschäftigt Vorbereitungen für das große Fest zu treffen:
Es soll ja auch alles perfekt sein: die Geschenke für die Lieben und vor allem die Liebsten sollen natürlich von Herzen kommen. Aber sie sollen auch nicht ganz einfach sein, damit auch zu sehen ist, was der liebe Mensch uns wert ist und bedeutet.
Ausgefallen und originell sollen sie auch sein, schließlich ist die oder der Beschenkte ja einmalig und ganz besonders, und das soll auch das Geschenk deutlich machen.
Der Tannenbaum muss in diesem Jahr auch besonders schön sein – nicht so eine Krücke wie letztes Weihnachten. Und was soll es nur zu essen geben? Wen laden wir ein? Wen besuchen wir wann und in welcher Reihenfolge?
Solche und sicherlich noch viele andere Gedanken und Vorbereitungen zum Weihnachtsfest bestimmen die Zeit des Advents.

Schon im Oktober fragte unsere Tochter, wie viele Monate, Wochen und Tage es denn nun noch seien bis Weihnachten.
Da war ich mit meinen Planungen noch lange nicht soweit, aber am Horizont zog schon eine drohende Weihnachtswolke auf.
Aber jetzt hat es mich auch erwischt: das Weihnachtsfieber. Und jetzt an dieser Stelle hier zu schimpfen auf all den Konsum und die Heuchelei und die viel zu großen Erwartungen an Weihnachten, die ja meistens überfordern und doch nur enttäuscht werden, und zu mahnen, dass das alles falsch ist – das wäre nicht redlich. Dafür stecke ich selbst viel zu tief im alljährlichen Weihnachtstrubel.

Aber ich will versuchen, mir in diesem Advent wenigstens ab und zu Zeit zu nehmen, um mich auf das größte Weihnachtsgeschenk überhaupt zu besinnen: Dass Gott zu uns kommt in unsere Welt. Dass er einer von uns wird, ganz klein und schwach und schutzlos.
Dass wir nicht allein sind in unseren Traurigkeiten und Überforderungen, in dem, was uns bedrückt und unsere Hoffnung lähmt.

Gott wird Mensch. Dieses Wunder ist kaum zu begreifen. Und der Trubel, der uns umgibt, lässt auch mich das immer wieder aus dem Blick verlieren. Ich will aber hinschauen.

Und vielleicht nehmen auch Sie sich in den kommenden Wochen ein wenig Zeit, zünden für sich eine Kerze an und öffnen die Tür Ihres Herzens für das kleine Kind, das an Weihnachten in einem Stall geboren und in eine Krippe gelegt wurde, und das das Licht des Lebens in unsere Welt brachte.

Eine gute Zeit, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen allen

Ihr Pastor Markus Hasenpusch